Job-Sharing & Top-Sharing in Führung

Leitfaden · Teilzeit-Führung

Kurz erklärtJob-Sharing in Führung – auch Top-Sharing genannt – bedeutet, dass sich zwei Personen eine Führungsposition in Teilzeit teilen. Es macht Führung in Teilzeit möglich, erhöht die Ausfallsicherheit und erschließt Talente, verlangt aber klare Zuständigkeiten und gute Übergaben.

Was Top-Sharing ist

Job-Sharing in Führung (englisch häufig Top-Sharing) beschreibt die geteilte Wahrnehmung einer Führungsposition durch zwei Personen in Teilzeit. Beide zusammen füllen eine Stelle – jede an bestimmten Tagen oder mit bestimmten Bereichen. Es ist die Antwort auf eine einfache, drängende Frage: Wie lässt sich Führung mit Teilzeit vereinbaren?

Warum Top-Sharing zunimmt

  • Qualifizierte Menschen wünschen sich Teilzeit – auch in Führung.
  • Führungspositionen lassen sich in Vollzeit immer schwerer besetzen.
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird zum Wettbewerbsfaktor.
  • Zwei Teilzeit-Führungskräfte bringen mehr Perspektiven und Ausfallsicherheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Top-Sharing = zwei Personen teilen sich eine Führungsstelle in Teilzeit.
  • Es macht Führung in Teilzeit möglich und erhöht die Ausfallsicherheit.
  • Erfolgsentscheidend sind klare Zuständigkeiten und verlässliche Übergaben.

Wie es organisiert wird

Zwei Grundmuster sind verbreitet: die Aufteilung nach Zeit (feste Tage pro Person, mit Übergaben) und die Aufteilung nach Themen (klar getrennte Verantwortungsbereiche). Meist ist eine Mischung sinnvoll. Details zur Machbarkeit stehen in Führung in Teilzeit.

Voraussetzungen

  • Klare Zuständigkeiten und Entscheidungsrechte.
  • Verlässliche Übergabe-Routinen an den Schnittstellen.
  • Erreichbarkeit und Vertretung eindeutig geregelt.
  • Ein abgestimmter Auftritt gegenüber Team und Umfeld.

Aus meiner Praxis

Ich habe selbst in einem Job-Sharing-Modell geführt. Das größte Missverständnis von außen war, es ginge um „halbe Führung“. In Wahrheit ist es zweifache Perspektive auf eine Aufgabe – wenn die Übergaben sitzen.

Rechtliche und organisatorische Hinweise bündelt der Beitrag Top-Sharing: Rechtliches & Praxis.

Häufige Fragen

Ist Top-Sharing dasselbe wie ein Führungstandem?

Sehr ähnlich. Top-Sharing betont den Teilzeit-Aspekt; das Führungstandem den Aspekt der geteilten Rolle. In der Praxis überschneiden sie sich stark.

Funktioniert Führung überhaupt in Teilzeit?

Ja – wenn Zuständigkeiten klar und Übergaben verlässlich sind. Genau daran entscheidet es sich.

Ist Top-Sharing teurer?

Nicht zwangsläufig. Dem etwas höheren Abstimmungsaufwand stehen Ausfallsicherheit und ein größerer Talentpool gegenüber.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Pearce, C. L. & Conger, J. A. (2003): Shared Leadership. Reframing the Hows and Whys of Leadership. Sage.
  • Carson, J. B., Tesluk, P. E. & Marrone, J. A. (2007): Shared Leadership in Teams. Academy of Management Journal, 50(5), 1217–1234.
  • Wang, D., Waldman, D. A. & Zhang, Z. (2014): A meta-analysis of shared leadership and team effectiveness. Journal of Applied Psychology, 99(2), 181–198.

Wie dieser Beitrag entstanden ist

Dieser Beitrag beruht auf meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft im Job-Sharing-Modell und in 15 Jahren Führung im Banking sowie auf der etablierten Forschung zu Shared Leadership (siehe Quellen). Wo ich aus der Praxis spreche, ist das gekennzeichnet.

Amrit Rescheneder

Über die Autorin

Amrit Rescheneder

Expertin für Co-Leadership

Amrit Rescheneder begleitet Organisationen und Führungstandems beim Aufbau geteilter Führung. Sie hat selbst jahrelang im Job-Sharing-Modell geführt – nach 15 Jahren Führungsverantwortung im Banking. Sie kennt geteilte Führung aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

  • 15 Jahre Führungsverantwortung im Banking
  • Mehrere Jahre selbst im Führungstandem geführt
  • Begleitung von Organisationen & Führungsduos

Mehr über mich →

25. Juli 2026

Nach oben scrollen