Außenauftritt & Kommunikation im Führungstandem

Ratgeber · Außenauftritt

Kurz erklärtEin Führungstandem sollte nach außen als Einheit auftreten: abgestimmte Botschaften, klare Ansprechbarkeit und keine Widersprüche vor dem Team. Interner Dissens wird intern ausgetragen, nach außen spricht das Tandem mit einer Stimme.

Warum der Außenauftritt zählt

Ein Tandem teilt sich eine Rolle – und genau so muss es beim Team ankommen. Widersprechen sich die beiden vor dem Team, entsteht Verunsicherung, und schnell lernt das Umfeld, sich die jeweils genehmere Antwort zu holen. Ein abgestimmter Auftritt ist deshalb kein Kosmetik-Thema, sondern eine Frage der Führungsfähigkeit.

Als Einheit auftreten

  • Kernbotschaften vorab abstimmen, gerade bei heiklen Themen.
  • Getroffene Entscheidungen beide mittragen – auch die, die man selbst anders wollte.
  • Klar kommunizieren, wer für welchen Bereich Ansprechperson ist.
  • Uneinigkeit nie vor dem Team austragen, sondern danach unter vier Augen.

Aus meiner Praxis

Der ehrlichste Test für ein Tandem ist die Kaffeeküche: Wenn das Team fragt „und was meinst du wirklich?“, braucht ihr eine gemeinsame Antwort. Wer hier auseinanderfällt, wird auseinanderdividiert.

Das Ausspielen verhindern

„Divide et impera“ funktioniert auch von unten. Sobald Mitarbeitende merken, dass sich die Führung nicht abstimmt, holen sie sich Entscheidungen bei der jeweils passenderen Person. Das Gegenmittel ist einfach, aber unbequem: konsequent zurückverweisen („das klären wir zu zweit“) und getroffene Entscheidungen gemeinsam vertreten.

Wie ihr intern zu einer gemeinsamen Linie kommt, hängt an euren Entscheidungsregeln und klaren Rollen.

Häufige Fragen

Müssen wir immer einer Meinung sein?

Nein. Intern dürft und sollt ihr ringen. Nach außen aber tragt ihr die getroffene Entscheidung gemeinsam.

Was, wenn ich eine Entscheidung falsch finde?

Dann klärt ihr das intern. Nach außen untergräbt man die gemeinsame Entscheidung nicht – sonst zerlegt sich das Tandem selbst.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Pearce, C. L. & Conger, J. A. (2003): Shared Leadership. Reframing the Hows and Whys of Leadership. Sage.
  • Carson, J. B., Tesluk, P. E. & Marrone, J. A. (2007): Shared Leadership in Teams. Academy of Management Journal, 50(5), 1217–1234.
  • Wang, D., Waldman, D. A. & Zhang, Z. (2014): A meta-analysis of shared leadership and team effectiveness. Journal of Applied Psychology, 99(2), 181–198.

Wie dieser Beitrag entstanden ist

Dieser Beitrag beruht auf meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft im Job-Sharing-Modell und in 15 Jahren Führung im Banking sowie auf der etablierten Forschung zu Shared Leadership (siehe Quellen). Wo ich aus der Praxis spreche, ist das gekennzeichnet.

Amrit Rescheneder

Über die Autorin

Amrit Rescheneder

Expertin für Co-Leadership

Amrit Rescheneder begleitet Organisationen und Führungstandems beim Aufbau geteilter Führung. Sie hat selbst jahrelang im Job-Sharing-Modell geführt – nach 15 Jahren Führungsverantwortung im Banking. Sie kennt geteilte Führung aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

  • 15 Jahre Führungsverantwortung im Banking
  • Mehrere Jahre selbst im Führungstandem geführt
  • Begleitung von Organisationen & Führungsduos

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25. Juli 2026

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