Geteilte Führung: Definition & Abgrenzung

Ratgeber · Definition

Kurz erklärtGeteilte Führung ist ein Führungsmodell, bei dem sich mehrere Personen eine Führungsrolle samt Verantwortung und Entscheidungsrechten bewusst und geregelt teilen. Der englische Begriff dafür ist Shared Leadership. Abzugrenzen ist sie von bloßer Aufgabenteilung ohne geteilte Verantwortung.

Die Definition

Geteilte Führung bezeichnet ein Führungsverständnis, bei dem Führungsverantwortung bewusst und nach vereinbarten Regeln auf mehrere Personen verteilt wird – statt bei einer einzelnen Spitze zu liegen. Kern ist nicht die Teilung von Arbeit, sondern die Teilung von Verantwortung und Entscheidungsrechten.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

  • Shared Leadership: der englische Begriff, oft aus der Forschung. Inhaltlich weitgehend deckungsgleich.
  • Doppelspitze: die konkrete Form geteilter Führung an der Unternehmensspitze (zwei volle Rollen).
  • Führungstandem: zwei Personen, die sich eine Rolle teilen.
  • Top-Sharing / Job-Sharing in Führung: geteilte Führung in Teilzeit.
  • Delegation: keine geteilte Führung – hier bleibt die Verantwortung bei einer Person.

Wie sich diese Formen unterscheiden und wann welche passt, zeigt der Beitrag Modelle geteilter Führung.

Merkmale echter geteilter Führung

  • Verantwortung ist ausdrücklich geteilt, nicht nur die Arbeit.
  • Es gibt klare Entscheidungsrechte – wer entscheidet was.
  • Für Uneinigkeit existiert eine vereinbarte Regel.
  • Nach außen tritt die Führung abgestimmt auf.

Aus meiner Praxis

In der Praxis nenne ich es den „Kühlschrank-Test“: Wenn beide meinen, der andere kümmert sich, und am Ende steht niemand für die Entscheidung gerade, ist es keine geteilte Führung – sondern geteilte Verantwortungslosigkeit.

Häufige Fragen

Ist geteilte Führung dasselbe wie eine Doppelspitze?

Die Doppelspitze ist eine Form geteilter Führung – meist zwei volle Rollen an der Spitze. Geteilte Führung ist der Oberbegriff.

Reicht es, wenn wir uns die Aufgaben teilen?

Nein. Ohne geteilte Verantwortung und klare Entscheidungsrechte ist es Aufgabenteilung, keine geteilte Führung.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Pearce, C. L. & Conger, J. A. (2003): Shared Leadership. Reframing the Hows and Whys of Leadership. Sage.
  • Carson, J. B., Tesluk, P. E. & Marrone, J. A. (2007): Shared Leadership in Teams. Academy of Management Journal, 50(5), 1217–1234.
  • Wang, D., Waldman, D. A. & Zhang, Z. (2014): A meta-analysis of shared leadership and team effectiveness. Journal of Applied Psychology, 99(2), 181–198.

Wie dieser Beitrag entstanden ist

Dieser Beitrag beruht auf meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft im Job-Sharing-Modell und in 15 Jahren Führung im Banking sowie auf der etablierten Forschung zu Shared Leadership (siehe Quellen). Wo ich aus der Praxis spreche, ist das als solches gekennzeichnet.

Amrit Rescheneder

Über die Autorin

Amrit Rescheneder

Expertin für Co-Leadership

Amrit Rescheneder begleitet Organisationen und Führungstandems beim Aufbau geteilter Führung. Sie hat selbst jahrelang im Job-Sharing-Modell geführt – nach 15 Jahren Führungsverantwortung im Banking. Sie kennt geteilte Führung aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

  • 15 Jahre Führungsverantwortung im Banking
  • Mehrere Jahre selbst im Führungstandem geführt
  • Begleitung von Organisationen & Führungsduos

Mehr über mich →

25. Juli 2026

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