Ratgeber · Beispiele
Kurz erklärtDoppelspitzen finden sich in Geschäftsführungen, Vorständen, Vereinen und Verwaltungen. Erfolgreiche Beispiele eint eine klare Ressortverteilung und ein geschlossener Auftritt; gescheiterte scheitern meist an ungeklärter Letztentscheidung.
Inhaltsverzeichnis
Archetypische Beispiele
Um niemanden bloßzustellen und nichts zu behaupten, das ich nicht belegen kann, sind die folgenden Beispiele als Muster beschrieben, nicht namentlich.
1 · Die ressortklare Geschäftsführung
Zwei Geschäftsführer:innen teilen sich die Leitung: eine verantwortet Markt und Vertrieb, die andere Finanzen und Betrieb. Strategische Entscheidungen treffen sie gemeinsam nach einer vereinbarten Regel. Die klare Trennung verhindert Reibung im Tagesgeschäft.
2 · Die Vereins-Doppelspitze
Ein Verein wird von zwei gleichberechtigten Vorsitzenden geführt, um Last und Verantwortung zu teilen. Erfolgsentscheidend ist hier die eindeutige Regelung, wer nach außen für was spricht.
3 · Die gescheiterte Prestige-Doppelspitze
Zwei profilierte Personen werden gemeinsam an die Spitze berufen, ohne dass Ressorts und Letztentscheidung geklärt sind. Jede Richtungsfrage wird zum Kräftemessen, das Umfeld beginnt, beide gegeneinander auszuspielen. Nach kurzer Zeit endet das Modell. Nicht die Personen waren das Problem, sondern die fehlende Struktur.
Aus meiner Praxis
Das dritte Muster begegnet mir am häufigsten, wenn Organisationen mich rufen – meist zu spät. Die Lehre ist immer dieselbe: Ressorts und Dissens-Regel gehören geklärt, bevor die Namen feststehen.
Was erfolgreiche Doppelspitzen eint
- Klare Ressorts mit echten Letztentscheidungen.
- Eine vereinbarte Regel für strategische Uneinigkeit.
- Ein geschlossener, abgestimmter Außenauftritt.
Häufige Fragen
Gibt es bekannte Unternehmen mit Doppelspitze?
Ja, mehrere große Unternehmen wurden zeitweise mit zwei gleichberechtigten Vorstands- oder Geschäftsführungsspitzen geführt. Entscheidend ist die Struktur, nicht der Name.
Warum werden hier keine konkreten Firmen genannt?
Weil sich solche Konstellationen häufig ändern und ich nichts behaupten will, das überholt oder ungenau ist. Die Muster sind übertragbar.
Quellen & weiterführende Literatur
- Pearce, C. L. & Conger, J. A. (2003): Shared Leadership. Reframing the Hows and Whys of Leadership. Sage.
- Carson, J. B., Tesluk, P. E. & Marrone, J. A. (2007): Shared Leadership in Teams. Academy of Management Journal, 50(5), 1217–1234.
- Wang, D., Waldman, D. A. & Zhang, Z. (2014): A meta-analysis of shared leadership and team effectiveness. Journal of Applied Psychology, 99(2), 181–198.
Wie dieser Beitrag entstanden ist
Dieser Beitrag beruht auf meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft im Job-Sharing-Modell und in 15 Jahren Führung im Banking sowie auf der etablierten Forschung zu Shared Leadership (siehe Quellen). Wo ich aus der Praxis spreche, ist das gekennzeichnet.
25. Juli 2026
