Modelle geteilter Führung im Vergleich

Ratgeber · Modelle

Kurz erklärtGeteilte Führung kennt mehrere Modelle: die Doppelspitze (zwei volle Rollen an der Spitze), das Führungstandem (zwei Personen in einer Rolle), Top-Sharing (Führung in Teilzeit), rollierende Führung im Team und hybride Formen. Welches passt, hängt von Aufgabe, Ebene und Zielen ab.

Die fünf gängigen Modelle

Geteilte Führung ist kein einzelnes Modell, sondern ein Spektrum. Fünf Formen begegnen mir in der Praxis am häufigsten:

Vergleich auf einen Blick

ModellWerTypische EbenePasst, wenn …
Doppelspitze2 Personen, 2 volle RollenGeschäftsführung, Vorstanddie Aufgabe zu groß für eine Person ist
Führungstandem2 Personen, 1 Rollemittleres Managementeine Stelle geteilt werden soll
Top-Sharing2 Personen in Teilzeitalle EbenenFührung in Teilzeit gewünscht ist
Rollierende FührungTeam, wechselndagile TeamsFührung situativ verteilt wird
HybridMischformprojektabhängigStandardmodelle nicht passen
Fünf Modelle geteilter Führung im Vergleich

Welches Modell passt?

Die Wahl hängt an drei Fragen: Wie teilbar ist die Aufgabe? Auf welcher Ebene bewegt ihr euch? Und wie viel Verantwortung soll wirklich geteilt werden? Eine Doppelspitze auf Vorstandsebene stellt andere Anforderungen als ein Top-Sharing im Teamlead.

Aus meiner Praxis

Ein häufiger Fehler ist, das Modell nach dem Wunsch der Personen zu wählen statt nach der Aufgabe. Die Aufgabe entscheidet, ob sich Verantwortung sinnvoll teilen lässt – nicht der Terminkalender.

Für die Ebene ganz oben lohnt der vertiefende Blick auf die Doppelspitze; für die operative Duo-Praxis der Beitrag zum Führungstandem.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Doppelspitze und Tandem?

Bei der Doppelspitze haben beide je eine volle Rolle; beim Tandem teilen sich zwei Personen eine Rolle.

Kann man Modelle kombinieren?

Ja, hybride Formen sind verbreitet – etwa ein Tandem mit rollierenden Zusatzverantwortungen.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Pearce, C. L. & Conger, J. A. (2003): Shared Leadership. Reframing the Hows and Whys of Leadership. Sage.
  • Carson, J. B., Tesluk, P. E. & Marrone, J. A. (2007): Shared Leadership in Teams. Academy of Management Journal, 50(5), 1217–1234.
  • Wang, D., Waldman, D. A. & Zhang, Z. (2014): A meta-analysis of shared leadership and team effectiveness. Journal of Applied Psychology, 99(2), 181–198.

Wie dieser Beitrag entstanden ist

Dieser Beitrag beruht auf meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft im Job-Sharing-Modell und in 15 Jahren Führung im Banking sowie auf der etablierten Forschung zu Shared Leadership (siehe Quellen). Wo ich aus der Praxis spreche, ist das als solches gekennzeichnet.

Amrit Rescheneder

Über die Autorin

Amrit Rescheneder

Expertin für Co-Leadership

Amrit Rescheneder begleitet Organisationen und Führungstandems beim Aufbau geteilter Führung. Sie hat selbst jahrelang im Job-Sharing-Modell geführt – nach 15 Jahren Führungsverantwortung im Banking. Sie kennt geteilte Führung aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

  • 15 Jahre Führungsverantwortung im Banking
  • Mehrere Jahre selbst im Führungstandem geführt
  • Begleitung von Organisationen & Führungsduos

Mehr über mich →

25. Juli 2026

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