Shared Leadership: Definition, Modelle & Praxis

Ratgeber · Grundlagen

24. Juli 2026

Shared Leadership ist der Oberbegriff für geteilte Führungsverantwortung – mehrere Menschen teilen sich eine Führungsrolle. Hier findest du Definition, Abgrenzung zu verwandten Begriffen und die verbreiteten Modelle, mit Beispielen aus dem Alltag.

Was ist Shared Leadership?

DefinitionShared Leadership bezeichnet ein Führungsmodell, bei dem sich mehrere Personen eine Führungsrolle und die damit verbundene Verantwortung bewusst teilen. Entscheidungen, Aufgaben und Sichtbarkeit werden nach klaren Regeln aufgeteilt – statt bei einer einzelnen Führungskraft gebündelt.

Der entscheidende Punkt: Es geht nicht um einen einbeziehenden Führungsstil einer Person, sondern darum, dass Führung strukturell auf mehrere Schultern verteilt ist. Genau diese Abgrenzung macht den Begriff oft unscharf – deshalb schauen wir sie uns gleich genauer an.

PLATZHALTER: Video „Shared Leadership in 3 Minuten erklärt“ einbetten (YouTube). Google zeigt auf diesem Begriff Video-Previews – ein eigenes Video besetzt zusätzliche SERP-Fläche.

Woher der Begriff kommt

„Shared Leadership“ stammt aus der englischsprachigen Führungsforschung und beschreibt Führung als etwas, das ein Team gemeinsam ausübt, statt als Eigenschaft einer einzelnen Person. Im deutschsprachigen Raum hat sich der Begriff vor allem für konkrete Konstellationen eingebürgert – zwei Menschen an der Spitze, eine geteilte Stelle, ein Führungstandem.

Abgrenzung: Was ist was?

Die häufigste Verwechslung ist die zwischen einem Führungsmodell (mehrere teilen sich die Rolle) und einem kooperativen Führungsstil (eine Person führt einbeziehend). Diese Tabelle sortiert die Begriffe:

BegriffWas gemeint istWer führtTypischer Kontext
Shared LeadershipOberbegriff: Führung wird geteiltMehrere PersonenModell, Prinzip
Distributed LeadershipFührung verteilt über viele im TeamWechselnd, situativNetzwerke, agile Teams
Collaborative / partizipativFührungsstil einer PersonEine Person, einbeziehendFührungsstil
Shared ManagementGeteilte ManagementverantwortungMehrere PersonenOft synonym genutzt
Shared Leadership grenzt sich klar vom bloßen Führungsstil ab.

Die Formen im Überblick

Shared Leadership tritt in mehreren Ausprägungen auf. Hier kurz – die Details stehen in den jeweiligen Artikeln:

  • Doppelspitze: zwei volle Rollen an der Organisationsspitze. Mehr
  • Führungstandem: zwei Personen in einer geteilten Rolle. Mehr
  • Top-Sharing / Job-Sharing: eine Führungsstelle in Teilzeit geteilt. Mehr
  • Co-CEO: zwei Personen an der Unternehmensspitze. Mehr

Welches Modell zu welcher Situation passt, klärt der Modell-Vergleich.

Wie das im Alltag aussieht

Ein Montagmorgen: Eine Entscheidung duldet keinen Aufschub, aber nur eine der beiden Führungspersonen ist im Haus. Funktioniert Shared Leadership, ist vorher geklärt, wer in solchen Fällen allein entscheiden darf und was gemeinsam entschieden wird. Funktioniert es nicht, wird die Entscheidung vertagt – oder doppelt getroffen. Der Unterschied liegt nie an der Sympathie der beiden, sondern an der Struktur dahinter: Übergaben, Informationsfluss, klare Entscheidungsregeln.

Wann Shared Leadership nicht passt

  • Wenn es keinen echten Anlass gibt und geteilte Führung nur ein Modethema ist.
  • Wenn die Geschäftsführung nicht wirklich dahintersteht.
  • Wenn die beiden Personen nicht bereit sind, Rollen und Entscheidungsregeln offen zu klären.
  • Wenn im Unternehmen niemand die Strukturen anfassen darf, die geteilte Führung braucht.

Häufige Fragen

Was ist Shared Leadership einfach erklärt?

Mehrere Menschen teilen sich eine Führungsrolle nach klaren Regeln – statt dass eine einzelne Person allein führt.

Was ist der Unterschied zu Co-Leadership?

Co-Leadership meint meist die konkrete Konstellation von zwei benannten Personen in einer Rolle. Shared Leadership ist der breitere Oberbegriff für das Prinzip.

Funktioniert das in kleinen Unternehmen?

Ja – oft sogar einfacher, weil Entscheidungswege kurz sind. Voraussetzung bleibt: klare Rollen und Entscheidungsregeln.

Wer entscheidet am Ende?

Das muss vorher festgelegt werden: Was wird allein entschieden, was gemeinsam, wo wird eskaliert? Fehlt diese Regel, kippt das Modell beim ersten Konflikt.

Ist das nicht doppelt so teuer?

Nicht zwingend. Häufig werden Anteile geteilt statt verdoppelt – und der Nutzen (Ausfallsicherheit, bessere Entscheidungen, Talentbindung) steht dagegen.

Wie fängt man an?

Mit einer ehrlichen Prüfung der Voraussetzungen. Der Einführungs-Fahrplan zeigt die Schritte.

Wenn du geteilte Führung im Unternehmen einführen willst, hilft die Beratung für Organisationen weiter.

Amrit Rescheneder

Expertin für Co-Leadership

Amrit Rescheneder

Amrit Rescheneder begleitet Organisationen und Führungstandems beim Aufbau geteilter Führung. Sie hat selbst jahrelang im Job-Sharing-Modell geführt – nach 15 Jahren Führungsverantwortung im Banking. Sie kennt geteilte Führung aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

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